Die Chefin des Winklstüberls

Aus dem Abschnitt Geschichte des Winklstüberls ist ersichtlich, wie Thekla Mairhofer zur Chefin des Winklstüberls wurde.

Die Gäste und die Mitarbeiter freuen sich, dass sie das Winklstüberl ganz im Sinne ihrer Eltern erfolgreich weiterführt!

Eigentlich hat sie ja einen anderen Beruf. Sie ist Schauspielerin und war in letzter Zeit vielfach als Thekla Mayhoff  im Fernsehen zu sehen.

In dem Begleitheft zu einer Produktion wurde vor einiger Zeit kurzgefasst ein Überblick zu ihrem künstlerischen Schaffen gegeben:

Thekla Mayhoff, 1957 im oberbayerischen Fischbachau geboren, machte sich vor allem in Filmen und Serie einen Namen, die in ihrer bayerischen Heimat spielen, darunter bereits Anfang der 80er Jahre immer wieder in der ARD- Reihe “Geschichten aus der Heimat'“ und dem ZDF Pendant „Weiß-blaue Geschichten".

Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner gab Thekla Mayhoff 1986 zunächst Gastrollen in seinen beiden Kultserien „Irgendwie und sowieso" und „Zur Freiheit". Schließlich verpflichtete er sie von 1989 bis 2002 für alle 147 Folgen seiner heiteren Gerichtsserie „Cafe Meineid" als Protokollführerin Roswitha Heider. Als solche verblüffte sie nicht selten Amtsrichter Wunder (Erich Hallhuber, verstorben September 2003), Kolleginnen, Kollegen und Angeklagte gleichermaßen - mit ihrer pragmatisch-trockenen Sichtweise auf die Welt...

Regisseur Joseph Vilsmaier holte Thekla Mayhoff 1991 nach Prag für die Rolle der Rosi in seinen Kinofilm über die Münchner Nachkriegsjahre „Rama Dama" (mit Dana Vavrova, Werner Stocker und Hans Schuler). In „Wir Enkelkinder“, der bissigen Kino-Komödie um zwei Männer aus den End-60er- / Anfang 70er Jahren von und mit Bayerns Paradekaberetisten Bruno Jonas (Buch, Regie, Hauptrolle) spielte Thekla Mayhoff 1992 die Magda.

In den „Dr. Schwarz und Dr. Martin"-Folgen (1993; Regie: Xaver Schwarzenberger) aus der ÄRZTE-Reihe im Ersten wirkte Thekla Mayhoff ebenso mit wie in der SAT.1-Krimireihe „Der Bulle von Tölz" (1997, Regie: Walter Bannert) und bei den ZDF-„Rosenheim-Cops" (2003, Regie: Uli Möller).

Ihr komisches Talent konnte die Mayhoff 1998 in der BR-Comedy-Reihe „Sketche mit Herbert & Schnipsi" (von und mit Claudia Schlenger & Hanns Meilhamer; Regie: Helmut Milz) voll zur Geltung bringen.

Im November 2003 war sie im Ersten in dem WDR-Beziehungs- und Verwicklungsfilm „Der Herr der Wüste" (mit Anica Dobra und Herbert Knaup in den Hauptrollen; Regie: Vivian Naefe) zu sehen.

Im November 2004 zeigte sich Thekla Mayhoff im Bayerischen Fernsehen, in Franz Xaver Bogners mehrfach preisgekrönter Polizistenserie „MÜNCHEN 7", wieder von ihrer komischen Seite: In Folge 5, „Schichtwechsel", sucht sie in der Rolle der gutgläubigen Lisa Gruber ihren alten Freund, den Streifenpolizisten Xaver Bartl (Andreas Giebel) auf und bittet ihn händeringend darum, jenen „Pfarrer" (Wilhelm Manske) aufzuspüren, dem sie kurz vorher auf den Leim gegangen war: Ahnungslos hatte sie dem falschen Beichtvater ihre intimsten Geheimnisse offenbart - und Bartl soll ihr jetzt irgendwie aus dem Schlamassel helfen...

Szenenbild der aktuellen Produktion "Kaiser von Schexing":

Münchner Merkur 118 / Freitag 23.Mai 2008          VON ULRIKE FRICK

DER KAISER VON SCHEXING                        Wirtin auch im echten Leben

Franz Xaver Bogners Serie „Der Kaiser von Schexing" läuft immer freitags um 21.35 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Wir stellen Ihnen die Schauspieler vor. Heute: Thekla Mayhoff (50), die die Hummel-Wirtin Sophie spielt.

Michael Ande ist schuld. Der treueste ZDF-Ermittler und Weggefährte des „Alten" stammt wie Thekla Mayhoff aus Fischbachau. Die Gastwirtstochter und heutige Chefin des nicht nur wegen seiner Torten legendären „Winklstüberls" befragte den Jugendfreund und Ex-Kinderstar schon damals intensiv, „wie man das eigentlich wird, Schauspieler". „Wir haben dann sogar gemeinsam Gedichte einstudiert", erinnert sie sich. Nach der Schule hat sie sich gleich bei einer Schauspielschule beworben. „Und die haben mich sofort genommen. So einfach war das." Auch wenn der Vater meinte, „mit dem Schmarrn wirst bald wieder aufhören".

War aber nicht so. Leider lief im weiteren Leben der Thekla Mairhofer, deren Schauspiellehrerin ihr während der Ausbildung zum Künstlernamen Mayhoff riet, nicht mehr alles so glatt wie bei der Aufnahmeprüfung. Vielmehr reihten sich unmittelbar nach der Geburt ihrer Tochter 1995 die Schicksalsschläge aneinander: „Kurz danach sind mein Bruder und meine Mutter gestorben, vor fünf Jahren mein Vater. Zur gleichen Zeit hat mich auch noch mein langjähriger Lebensgefährte verlassen." Uber Nacht wird aus der auf Bühne und Bildschirm viel beschäftigten Darstellerin eine allein erziehende Mutter mit zwei Berufen, nämlich Schauspielerin und Cafe-Betreiberin. „Ich konnte gar nicht anders. Ich musste das Geschäft einfach übernehmen. Schon meiner Tochter wegen sollte es schließlich weitergehen. Aufgeben und den Kopf in den Sand stecken stand gar nicht zur Diskussion."

Franz Xaver Bogner, in dessen aktueller Serie „Der Kaiser von Schexing" die Wirtin nun originellerweise eine Wirtin spielt, kennt Thekla Mayhoff schon seit 1975. „Ich war zu Probeaufnahmen bei Hans Werner Geißendörfer für seinen Film „Sternsteinhof". Der hat mich nicht genommen, und das hat den Bogner, der dort Regieassistent war, so geärgert, dass er mich kurz darauf sofort für "Irgendwie und sowieso" engagierte.Seitdem gehört die Mayhoff zur viel zitierten „Bogner-Familie".

„Ich glaube, ich bin sogar die Einzige, die jetzt in "Schexing" mitspielt und schon bei "Irgendwie und sowieso" dabei war. Der Franz Xaver Bogner pflegt seine Leute, das stimmt schon. In dieser schlimmen Phase damals hat er mir richtig beigestanden und mich oft angerufen. Irgendwann kam er und sagte: "Jetzt geht's wieder, gell? Ich hab dir da auch schon was geschrieben." Das war dann die Rolle der Sophie Hummel."

Außer demselben Beruf sieht Thekla Mayhoff allerdings keinerlei Parallelen zwischen sich und der resoluten, energischen und mitunter auch ziemlich kratzbürstigen Hummelwirtin: „Ich bin ein typischer Krebs und kann überhaupt nicht so auftreten wie die Sophie. Aber ich genieße es sehr, eine solche Person spielen zu können. Manchmal muss ich aber aufpassen. Denn mittlerweile ertappe ich mich dabei, wie ich den Ton der Sophie Hummel mit ins Winklstüberl nehme."

Der Artikel in Münchner Merkur 118 / Freitag 23.Mai 2008  als Bild:
 

zurück zum Team